Meinungsaustausch adieu?

13.10.2013

Schon des Öfteren habe ich darüber nachgedacht, auf dieser Seite die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Schuld waren einige wenige Kommentatoren, deren Benehmen doch zu wünschen übrig ließ, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Sicher, diese Beiträge haben niemals das Licht der Welt erblickt, d.h., dass ich sie nicht freigeschaltet habe. Die Anti-Spam-Maßnahmen haben an dieser Stelle immer zuverlässig gegriffen. Doch was passiert, wenn ein Kommentar durch das Raster fällt? Ich erhalte zwar über jeden neuen Kommentar eine Benachrichtigung. Aber ich kann nicht ohne Weiteres zu jeder Tages- und Nachtzeit die Moderation der Kommentare vornehmen. Im Extremfall befinde ich mich gar zwei Wochen irgendwo am anderen Ende der Welt (=Urlaub) und bekomme gar nicht mit, was sich so tut! Wie soll ich also vorgehen? In der Vergangenheit habe ich die erwähnten (theoretischen) Unannehmlichkeiten in Kauf genommen. Denn Kommentare gehören m.E. zum Medium Internet dazu. Sie sind das Unterscheidungsmerkmal schlechthin im Vergleich zu klassischen Zeitungen oder Magazinen. Doch seit vergangenen Donnerstag stelle ich mir erneut die altbekannten Fragen. Grund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (nachfolgend EGMR), welches nicht nur bei mir für Aufsehen sorgte.

Worum gehts? Der eigentlich Vorfall liegt bereits knapp fünf Jahre zurück und spielte sich in Estland ab. Zusammengefasst: Ein Internetportal hatte beleidigende bzw. diffamierende Kommentare veröffentlicht. Konkret ging es um den Einsatz von Eisbrechern auf Fährrouten, wodurch sich die Anlage von (günstigeren) Autostrecken verzögert haben soll. Wütende Leser machten ihrem Ärger daraufhin per Kommentar Luft. Angeprangert wurde der Betreiber der Fährschiffe, der wiederum gegen das Portal klagte – und nun vor dem EGMR Recht erhielt. Was das mit mir zu tun hat? Wie bereits oben beschrieben, kann auch auf dieser Seite kommentiert werden. Und zwar bislang ohne große Moderation – sofern der Kommentar nicht offensichtlich als Spam identifizierbar ist (eindeutiger Spam wird automatisch gefiltert). Nun frage ich mich, wie ich weiter verfahren soll…

Möglichweise sehe ich dieses Urteil zu kritisch, da ich nicht vom Fach (Jura) bin. Unsere Seite ist schließlich kein großes Portal. Auch die anfallende Menge an Kommentaren hält sich in Grenzen. Und doch stellt sich mir die Frage, wo denn der freie Meinungsaustausch endet und wo die Beleidigung beginnt? Ist dieser Übergang nicht oftmals fließend bzw. lässt einen erheblichen Interpretationsspielraum zu? Klar, der gesunde Menschenverstand sollte i.d.R. hierfür ausreichen. Ich fühle mich auch durchaus dazu in der Lage, eine eindeutige Beschimpfung zu erkennen. Aber was ist, wenn doch ein fragwürdiger Beitrag durchrutscht? Genügt eine Disztanzierung von jeglichen Kommentaren in unserem Impressum bzw. in den rechtlichen Hinweisen? Reicht es aus, IP- und E-Mail-Adressen von Kommentatoren zu speichern und sie im Falle einer Rechtsverletzung den Behörden zur Verfügung zu stellen? Oder ist die Rechtslage so, dass ich mir eh keine Sorgen machen muss? Ich weiß es nicht.

Die Abschaltung der Kommentarfunktion jedenfalls ist für mich keine Option. Daher habe ich beschlossen, ab sofort alle Kommentare zunächst in die Moderation zu setzen, d.h. sie werden manuell geprüft und anschließend freigeschaltet (oder eben auch nicht). Einzig Menschen, die ich persönlich kenne oder die bereits öfter sachlich mitdiskutiert haben, werden davon ausgeschlossen. Sicher ist sicher.


—Safisto

Da simmer wieder!

06.10.2013

Endlich, KRAWEEL ist wieder da. Nach monatelanger Schaffenspause hat es uns wieder gepackt. Zur Feier des Tages gibt es einen neuen Anstrich. Etwas moderner aber trotzdem klassisch – so zumindest in unseren Augen. Quasi Version 2.0, wie man heutzutage sagt. Oder, wie wir es nennen, „KRAWEEL, Klappe die Zweite“. An den Schriften haben wir ein bisschen gedreht. So kommen nun Webfonts zum Einsatz, um die Darstellung auf allen Gerätegrößen weitestgehend einheitlich … 

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Raute vs. Effe-Finger

13.09.2013

Am 22. September um 18 Uhr ist es endlich soweit. Dann können wir alle vorherigen Umfragen im Papier- oder Datenmüll entsorgen. Dann wissen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit, ob Angela Merkel mit der FDP weitermachen darf oder ob die Große Koalition als einzige Option übrig bleiben wird. Oder ob Rot-Grün doch noch als Sieger durch das Ziel läuft. Nur die wenigsten Menschen glauben jedoch daran, dass es einen Regierungswechsel geben wird. … 

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As time goes by

14.10.2012

Peter Altmaier dürfte zweifelsohne zurzeit das mit Abstand unbeliebteste Ministeramt im Kabinett Merkel ausüben. Nun könnte man etwas gemein sein und sagen, dass jeder das bekommt, was er verdient. Schließlich wusste er bei seinem Amtsantritt, dass die Tätigkeit des Energiewenden-Anschubsers alles andere als vergnügungssteuerpflichtig werden wird. Aber Scherz beiseite. Am vergangenen Donnerstag wurde Altmaiers Pressekonferenz von der politisch interessierten Öffentlichkeit mit großer Spannung erwartet. Der holprige Start der einst von … 

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Reförmchen statt Reform

30.07.2012

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVG) ist eindeutig: Das geltende Bundestagswahlrecht ist verfassungswidrig. Der Effekt des negativen Stimmgewichts wurde auch durch das neue Gesetz der schwarz-gelben Regierung nicht zur Gänze eliminiert. Dem nicht genug stehen auch die Überhangmandate grundsätzlich auf dem Prüfstand. Circa 15 davon sehen die Karlsruher Richter noch als vereinbar mit dem Grundgesetz an – mehr nicht! Somit herrscht auch an dieser Stelle Handlungsbedarf, da beim letzten Urnengang 2009 … 

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Geldregen für die Bundesliga: Fluch oder Segen?

21.04.2012

Jetzt ist es also raus. Ab der Saison 2013/14 winkt den Vereinen der Ersten und Zweiten Bundesliga ein sattes Einnahmeplus. Im Schnitt 628 Millionen Euro lassen es sich die neuen (und alten) Rechteinhaber kosten, Live-Bilder oder Zusammenfassungen von den Spieltagen in TV und Web zu übertragen. Für den Endverbraucher, also den Fußball-Fan, wird sich zunächst einmal nicht sonderlich viel verändern. Rupert Murdochs Pay-TV-Sender Sky (früher Premiere) zeigt weiterhin alle Spiele … 

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Versprochen ist versprochen – die Posse um das Betreuungsgeld

18.04.2012

Wenn man einmal auf die Gesetzesbeschlüsse der schwarz-gelben Koalition zurückschaut, rangiert die Steuerermäßigung für Hoteliers bislang zweifelsohne in der Hitliste auf Platz eins der unsinnigsten Gesetze der aktuellen Legislaturperiode. Die „Mövenpicksteuer“ droht aber bald vom Thron gestoßen zu werden. Denn die CSU will auf Teufel komm raus ihr Betreuungsgeld – auch Herdprämie genannt – im Bundestag durchboxen. Man habe dies ja schließlich so im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Richtig, aber stand darin … 

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Torkamera: So ein Unfug!

13.03.2012

Seit Jahren diskutiert die Fußballfachwelt darüber, ob und wann ein computergestütztes elektronisches System eingeführt wird, welches in Sekundenbruchteilen darüber entscheiden kann, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht. Schon zur Weltmeisterschaft 2006 sollte der „Chip im Ball“ zum Einsatz kommen. Dieser konnte jedoch zum damaligen Zeitpunkt den Praxistest nicht bestehen. Nun scheint es aber tatsächlich soweit zu sein. Bereits auf seiner nächsten Sitzung im kommenden Juli möchte das … 

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Ein Schluck aus der Pulle

10.02.2012

Man stelle sich vor, es ist Betriebsversammlung. Tagesordnungspunkt Nr.4 lautet: Erhöhung der Löhne der Stammbelegschaft um 500 Euro – und das trotz schlecht laufender Geschäfte und roter Zahlen im Vorjahr. Wer ist dafür? Die große Mehrheit! Damit ist beschlossen, dass ab 01. Januar des kommenden Jahres die Gehälter um eben jenen Betrag steigen werden. Undenkbar, oder? Ja, richtig – trotz gesetzlich bzw. tariflich verankerter Mitbestimmung ist ein solches Szenario in … 

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Trommelfeuer über Bellevue

09.01.2012

Um eines vorweg zu nehmen: Nein, ich mochte Christian Wulff früher bereits nicht besonders. Bei seiner Nominierung habe ich mich gefragt, welche Fähigkeiten gerade ihn für das Amt des Bundespräsidenten prädestinieren. Gleichwohl war jedem politischen Beobachter klar, dass es (wie immer) eine parteipolitische Entscheidung war, bei der Angela Merkel mehr als nur Patin stand. Trotzdem hatte ich mich nach seiner Wahl mehr oder weniger damit abgefunden, dass er das höchste … 

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